Biodiversität und Landschaft 
Mandach & Mettauertal

Mehr Lebensraum für Menschen und seltene Arten? Die kleine Juragemeinde Mandach will mehr Biodiversität und intakte Kulturlandschaften - weil das Dorf weiss welchen Mehrwert eine naturnahe Umgebung hat!
Von 2022 bis voraussichtlich 2028 werden Trockenmauern saniert, zusätzliche Hecken und Hochstammobstbäume gepflanzt, Feuchtflächen geschaffen, grosse Blühflächen angelegt und diverse Grossstrukturen gebaut.

Die in Mandach noch heimischen aber schweizweit vom Aussterben bedrohten Grauen Langohren-Fledermäuse, der auffällige Neuntöter und die seltene Zaunammer werden es der Gemeinde danken!

Seit 2023 geht die Planung parallel langsam in die Umsetzung über. Diverse Aufwertungen konnten bereits realisiert werden. Das Projekt wird vom Jurapark Aargau und von der Gemeinde Mandach unterstützt.

5 Teilprojekte
1111 Meter Hecken gepflanzt, weitere geplant
27 Weiher gebaut, weitere geplant
800 Meter neue Fliessgewässer
1000 Quadratmeter neue Trockenmauern
2022 bis 2030

Hecken & Weiher im Siedlungsrand

Von den neu gepflanzten Hecken und Kleinstrukturen profitieren unter anderem die bereits in Mandach vorkommenden Neuntöter und die Grauen Langohr-Fledermäuse. In der nahen oder fernen Zukunft sind auch Bruten von anderen seltenen Arten wie Zaunammer, Gartenrotschwanz, Wendehals oder Wiedehopf in Mandach wahrscheinlich.
In Mandach wurde der Ruf der bedrohten Geburtshelferkröte in den vergangen Jahren vereinzelt gehört. Geeignete Laichgewässer sind leider kaum vorhanden. Die bedrohte Gelbbauchunke kommt ebenfalls vor. Aber auch für diese Art fehlen entsprechende Gewässer. Deshalb startet 2024 der Bau von 15 entsprechenden Weihern.

  • Heckenpflanzung
  • Baumpflanzung
  • neuer Asthaufen von aufgewerteter Hecke
  • Neuntöter
  • Mandach
  • Gelbling

Hinter Hirzige

Im Osten von Mandach befinden sich alte Trockensteinmauern. Zuerst wurde der Wald, welcher die Mauern umgibt, aufgelichtet, damit mehr Licht auf die Steinstrukturen fällt. Nun wurde die längste Mauer saniert und somit vor dem Zerfall gerettet. Ein grosser Teil, welcher noch intakt ist, wurde belassen. Insgesamt wurden 80 Quadratmeter Trockenmauer neu gebaut.
Mauer- und die selteneren Zauneidechsen kommen bereits vor. Möglicherweise kommt auch die kleinste Schlange der Schweiz, die Schlingnatter, vor. Diese seltene Art konnte unweit von Mandach nachgewiesen werden. Die Trockensteinmauern dienen aber auch als Unterschlupf und Überwinterungsquartier für Amphibien. So wurden beim Bau mehrere Feuersalamander beobachtet. Denn unweit der Mauern befinden sich Bäche und Feuchtgebiete.

  • Mauern vorher
  • Magerrasen-Perlmutterfalter

Biodiversitätsförderung im Wald

Bäume wurden gefällt, um lichten Wald zu schaffen, und Weiher angelegt, um seltene Amphibien zu fördern. Auch Libellen und Schmetterlinge profitieren von den neu geschaffenen Lebensräumen.
Mandach hat diverse alte Kiesgruben und Steinbrüche. Solche wurden aufgelichtet, um Pionierlebensräume für Wildbienen und Geburtshelferkröten zu schaffen.
Zudem lernte die Bevölkerung an einem Samstagmorgen über das Projekt und wie man früher mit Pferd und Handsäge geholzt hat.

  • aufgewertete Kiesgrube
  • Faulbaumbläuling

Mülital Ausdolung

Das Mülital zeichnete sich einst durch seine staunassen Böden aus. Diese wurden drainiert, um sie landwirtschaftlich besser nutzen zu können. Die Bewirtschaftung der Flächen wurde inzwischen auf Beweidung umgestellt, wodurch eine Entwässerung gar nicht mehr notwendig ist.
Nun soll das Wasser von zwei unterirdischen Wasserleitungen an die Oberfläche gebracht werden, um das Wasser für die Natur nutzbar zu machen. Die dadurch entstandenen temporären Fliessgewässer sollen durch die acht bereits gebauten Weiher fliessen. Wenige hundert Meter davon entfernt befindet sich eine grosse Population von Gelbbauchunken. Die neu angelegten Weiher dienen dieser bedrohten Art als Aufenthalts- und Laichgewässer.
Neben den Weihern wurden auch bereits Hecken gepflanzt und Kleinstrukturen angelegt. Davon profitieren seltene Vögel, Reptilien und Amphibien.

  • Weiherbau
  • Gelbbauchunke
  • Blindschleiche
  • Mülital vorher

Besseberg

Der Südhang des Bessebergs zeichnete sich einst durch seine Rebberge und Trockensteinmauern aus. Heute ist nur noch ein Teil der Reben vorhanden. Der Rest der Flächen wird grösstenteils extensiv bewirtschaftet. Die einstigen Trockenmauern wurden durch Mauern aus Beton ersetzt, welche ihre Lebensdauer erreicht haben und saniert werden müssen.
Um den grösstmöglichen Nutzen für die Biodiversität zu haben, werden die Meliorationsmauern durch Trockensteinmauern ersetzt. Insgesamt sollen 1000 Quadratmeter neue Trockenmauern gebaut werden. Diese dienen als Habitat für seltene Reptilien und als Landlebensraum für die Geburtshelferkröte.

  • Mauereidechse
  • Meliorationsmauern
  • Himmelblaue Bläulinge